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Bist du bereit zu verlieren?

Wer seine Dualseele kennengelernt - und nach einiger Zeit wieder verloren - hat, weiß es: Auf der Dualseelenreise muss man "loslassen", um je wieder glücklich sein zu können. "Loslassen" klingt so aktiv, so als könnte man es steuern. Meistens ist "loslassen" aber schwierig, bis unmöglich. Meiner Meinung nach ist echtes "Loslassen" ohne Hingabe an das eigene, göttliche SEIN sogar unmöglich.


Niemand kann sich dagegen wehren, wenn im Leben eine Situation eintritt, wo "loslassen" notwendig wird. Es sind Situationen, in denen wir etwas unwiderbringlich verlieren. Ich glaube, dass niemand ohne einen Verlust durch sein Leben gehen kann. Auch wenn die meisten Menschen genau davor Angst haben und alles tun, damit die Gefahr, jemanden oder etwas zu verlieren, minimiert wird. Für diese Menschen ist klar: Sie können nur glücklich sein, wenn sie nichts, was ihnen lieb ist, verlieren und stattdessen sogar noch Dinge dazugewinnen. Das nennen sie dann "Glück" und es macht sie glücklich.


Aber jeder von uns ist sterblich und wird eines Tages den Körper verlassen. Die Hinterbliebenen verlieren dann dann einen geliebten Menschen und der Verstorbene verliert seinen Körper. Es ist der Verlust, der akzeptiert werden muss. Die Aufgabe heisst: Loslassen lernen. Im eigenen Tod hat es dann jeder gelernt. Dann erkennt aber auch jeder seine eigene Seele, das eigene SEIN.


Aber was spricht dagegen, es schon vor dem eigenen Tod zu erlernen? Warum solltest du lernen, Verlust zu akzeptieren und dich nicht dagegen zu wehren? Du verlierst in Wahrheit die ganze Zeit etwas: Deine Kindheit und Jugend, wichtige Menschen oder Umstände, Gesundheit, deinen guten Ruf. Festklammern hilft nichts. Nicht Wahrhaben - Wollen hilft auch nicht. Höchstens kurzfristig, wenn man sich ablenkt. Ob man es sich eingesteht, oder nicht, die Angst vor Verlust ist immer vorhanden, solange man nicht akzeptiert, dass es passieren kann oder schon passiert ist. Es ist diese Angst, die uns zu Handlungen zwingt, die uns selbst einengen. Dann dominiert die Angst uns. Ein Leben aus Angst heraus fühlt sich beengt und unfrei an.


Bis es dann passiert: Trotz aller Vorsichtsmassnahmen ist der größtmögliche Verlust, den wir uns vorstellen können, eingetreten. Alles bricht zusammen. Meistens passieren auf einmal gleich mehrere Dinge in unserem Leben, die uns in Verzweiflung und Enttäuschung stürzen. Plötzlich stellt sich alles auf den Kopf. Das passiert dir mit ziemlicher Sicherheit, wenn es zur gefühlten Trennung von deiner Dualseele kommt. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, sterben oft noch geliebte Menschen oder Haustiere oder es gibt finanzielle Probleme. Wenn du dich in dieser Phase befindest, lass dir Mut machen. Du bist dabei, die Schattenseiten der Dualität kennenzulernen (Trennung und Verlust). Die Realität der Dualität muss zuerst erkannt und akzeptiert werden, bevor die LIEBE der EINHEIT erfahren werden kann.


Du wirst lernen, deine Lebenssituation nicht mehr zu bewerten, denn es geht nicht um Verurteilung oder darum, ob etwas gut und richtig ist. Es ist einfach so, wie es ist. Jetzt. Hier. Widerstand ist zwecklos. Die Dualseele wird nicht zurückkehren, solange du unter der Trennung leidest. Die finanzielle Situation wird nicht besser werden, solange du krampfhaft nach einer Geldquelle suchst. Menschen, die dich abwerten und verletzen, werden es immer wieder tun, solange es dich kränkt. Wenn du Gerechtigkeit suchst, wirst du keine finden, denn die Suche danach hält dich in der Dualität von Gut und Böse gefangen.


Die einzige Möglichkeit ist der Ausstieg aus dem Drama, indem der Verlust akzeptiert wird. Die gute Nachricht ist die: Oft passiert es von ganz allein, wenn der Schmerz unerträglich geworden ist. Denn für den Schmerz ist das Ego zuständig. Gedanken, Gefühle, Konzepte. Sie sind auch endlich. Das Ego kann erschöpft werden und aufgeben. Im selben Moment ist da nur noch EINHEIT, das SEIN, die LIEBE. Das passiert, wenn du bereit bist, den Verlust (deiner Dualseele, deiner Gesundheit, der Familie...) zu akzeptieren und den Widerstand dagegen aufzugeben.


Dann hast du "losgelassen". Von der Illusion, etwas zu besitzen oder ein Recht auf etwas zu haben. Wir haben kein Recht auf Gesundheit, kein Recht auf Liebe und Zuwendung anderer Menschen, kein Recht auf Geld oder ein gesichertes Einkommen. Diese Vorstellung ist nur eine Illusion, die schon durch leichteste Turbulenzen gestört werden kann. Das Leben in der Dualität ist wie ein Spiel mit Spielregeln und wir haben diesen Spielregeln zugestimmt. Wo Reichtum ist, besteht auch die Gefahr, alles zu verlieren und arm zu werden. Wo Menschen geboren werden, gehen andere von dieser Erde. Liebesglück birgt immer auch Liebesleid in sich. Gesundheit ist endlich und kann in unheilbarer Krankheit enden. Diese Erkenntnis ist nicht pessimistisch, sondern realistisch.


Vielleicht fragst du jetzt: Was ist dann die Liebe, die du für deinen Partner, dein Dualseele oder deine Kinder empfindest? Diese Liebe ist doch keine Illusion? Du fühlst sie doch?


Es ist menschliche Liebe, die leider von Anhaftung geprägt wird. Anhaftung trägt immer die Angst in sich, denjenigen oder dasjenige zu verlieren, das man liebt. Genau in diese Falle bist du mit deiner Dualseele getappt. Deshalb leidest du Höllenqualen in der Trennungsphase. Diese Höllenqualen enden in dem Moment, wo dein Ego erschöpft aufgibt und du den Verlust akzeptierst. Du musst dich nicht darüber freuen und kannst durchaus deiner Dualseele nachtrauern, aber der Schmerz des Widerstands weicht der Erkenntnis der EINHEIT und der göttlichen LIEBE.


Trauer ohne Schmerz ist möglich. Traurigkeit ohne Schmerz ist kein Widerstand gegen das, was ist, sondern pure Akzeptanz. Wir bleiben Menschen in der Dualität, auch wenn wir unser SEIN in der EINHEIT erfahren. Wir können in beiden Welten zur gleichen Zeit leben. Die LIEBE der EINHEIT bewahrt uns vor unausweichlichem Schmerz in der Dualität. Die Trennung in der Dualität wird in der EINHEIT aufgehoben. Wir können beides zugleich erleben.


Ist das Akzeptieren eines Verlusts Fatalismus? Nein. Es ist göttliche LIEBE.


Alles LIEBE, Annelie


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