Kann dich ein Mensch verletzen, wenn er Kritik anbringt oder dich beschimpft? Wird man dadurch automatisch "beleidigt" oder "gekränkt"? Oder kommt es darauf an, wer uns beleidigt? Oder auf wen die Beleidigung trifft?
Um es gleich einmal vorwegzunehmen: Ein erwachter Mensch, der in Hingabe an seine göttliche Seele (sein SEIN) lebt, kann nicht durch Worte verletzt werden. Das weiß ich, weil ich es so erfahre. Aber auch ich fühlte mich früher verunsichert, weil ich Angst vor psychischen Verletzungen hatte. Falschen Anschuldigungen, Beleidigungen oder vernichtender Kritik konnte ich nur durch eine Reaktion wie: "Das stimmt überhaupt nicht!" entgegentreten. Oder: "Dieser Mensch spinnt und ist gemein". Ja, ich musste mich verteidigen und selbst in Schutz nehmen. Noch besser war es, wenn ich andere Menschen fand, die meine Meinung bestätigten und mich in Schutz nahmen. Meine Welt brach immer dann beinahe zusammen, wenn andere Menschen meinem "Angreifer" recht gaben.
Angst und Verzweiflung, weil ich missverstanden worden war oder weil meine "Meinung" nicht anerkannt war, standen auf der Tagesordnung. Und damit das ängstliche Vermeiden solcher Situationen. Denn mit dem kurzen Moment der Beleidigung durch den oder die anderen war es nicht vorbei. Das Problem wurde dadurch verstärkt, dass ich mich selbst tagelang weiter beschimpfte. Nicht bewusst, aber mir ging das, was der Angreifer über mich behauptet hatte, immer wieder durch den Kopf. Was, wenn doch etwas Wahres dran war? Vielleicht war ich doch wertlos oder unfähig?Andere Menschen hatten es vielleicht auch schon einmal bemerkt und gesagt oder dem Angreifer recht gegeben....
So wurde eine Unsicherheit erzeugt und ich entwickelte das Verhalten, ängstlich alles richtig machen zu wollen. So erfuhr ich weniger Kritik und je weniger Kritik und verächtlichen Bemerkungen ich ausgesetzt war, umso glücklicher war ich. Natürlich wollte ich glücklich sein und so bestimmten die Menschen in meiner Umgebung darüber, ob ich glücklich oder traurig war. Abhängig vom Verhalten anderer zu sein ist verhängnisvoll. Denn niemand kann das Verhalten anderer Menschen beeinflussen. Verletzungen sind jederzeit möglich und werden auch passieren.
Vom Standpunkt der Vernunft ist es klar, dass jeder Mensch mit seinen Handlungen eine Aussage über sich selbst tätigt und nicht über andere. Er erzählt, was er mag und was nicht. Wie er möchte, dass ich mich oder andere sich verhalten und wie er mit unerwünschtem Verhalten umgeht. Er macht deutlich, dass er bereit ist anzugreifen, zu kritisieren oder abzuwerten. Vielleicht erzählt er auch von seiner eigenen Verletzlichkeit und seinen Ängsten. Er erzählt davon, wie er sich das Leben - auch im Zusammensein mit mir - vorstellt. Er sagt, was er will und welche Wünsche er von mir erfüllt sehen will und ob er noch mit mir zu tun haben will oder nicht. Durch Rückfragen kann man sogar noch mehr über diesen verletzenden Menschen herausfinden.
Ist es also egal, wie meine Mitmenschen mit mir umgehen? Nein. Ich muss mit Menschen, die nicht wissen, wie man sich benimmt, meistens nicht zusammensein. Sie versäumen nichts und ich auch nicht, wenn wir uns außer Sicht - und Hörweite befinden. Ich zolle mir, meinem Körper, meinem Verhalten und meiner Lebenserfahrung Achtung. Wie immer ich das genau tue kann unterschiedlich sein. Aber es ist meine Aufgabe.
Auch wenn ich meine göttliche Seele erkenne und mit ihr verbunden bin, ist es nicht egal, ob ich mich als Mensch schlecht behandeln lasse, oder nicht. Deshalb bringe ich meinen Körper aus der Gefahrenzone und lasse keine schädlichen Energien auf ihn einwirken. Ich grenze mich als Körper ab. Denn in der Dualität gibt es eine Grenze, eine Trennung von anderen Menschen. Das ist in solchen Fällen des Angriffs oder der Beleidigung sehr wichtig.
Wenn der erwachte Mensch gleichzeitig die EINHEIT mit der eigenen Seele (dem SEIN) erfährt, erlebt er seine göttliche LIEBE. Nur dadurch kann einen erwachten Menschen niemand verletzen. Denn LIEBE macht unverletzbar, weil sie die Erkenntnis der Wahrheit ist. Die Wahrheit ist LIEBE und wir Menschen sind erfüllt von dieser göttlichen LIEBE. So ist es also möglich, dass ein Mensch, der in der materiellen Welt der Dualität lebt, durch die Erfahrung der göttlichen LIEBE in sich geschützt ist gegen verbale und psychische Angriffe im Außen, gegen Abwertung, Ausgrenzung und Beleidigungen.
Alles was ich bis jetzt geschrieben habe, trifft auch auf den Menschen zu, der deine Dualseele ist. Als Mensch kann er dich verletzen, wenn du dich auch nur in deiner Menschlichkeit wahrnimmst. Die Lösung liegt im Erkennen deines SEINS, deiner göttlichen Seele in dir. Diese große LIEBE, die immer mit dir und in dir als Mensch vorhanden ist. Deine göttliche Lebenskraft. Sie ist in dir vorhanden und wenn du sie erkennst, ihr dienst und dich ihr unterwirfst, hat kein wie immer geartetes menschliches Wesen eine Macht über dich. Die Sicherheit und Verwurzelung in der göttlichen LIEBE verhindert, dass dich im menschlichen Leben etwas aus dem Gleichgewicht wirft. Auch deiner Dualseele wird das nicht gelingen.
In LIEBE
Annelie
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